Cool Summer in Dänemark

Drei Gründe für einen Urlaub in Nordjütland… und drei dagegen

Strahlend weiße Dünen, grüne Hügel, klarer blauer Himmel und immer eine frische Brise Wind um die Nase. Die endlosen Strände, die seelenvolle Stimmung wenn die Sonne am Abend mit dem Horizont verschmilzt und sanfte Hügellandschaften in zarte, fast unwirkliche Pastelltöne taucht – und nachts ein Meer aus Sternen. Natur, Weite, Ruhe. Das ist Dänemark.

Dauerregen, Sturm, nasse Hunde und eine Armee von Campervans am Strand. Boots statt Bikini – Strandzelt statt Sonnenliege – Hotdogs statt Haute Cusine – und 12 Grad im August. Auch das ist Dänemark.

Ein Land voller Gegensätze oder eher eine Frage der Perspektive? Was die Gegend um Nordjütland so besonders macht und 3 Gründe warum sich ein Besuch lohnt:

Unendliche Weiten

Tief durchatmen: Wer über die grüne Hügellandschaft blickt, mit einem tiefen Atemzug die salzige Luft einatmet und nichts als das Rauschen des Meeres und das Zwitschern der Vögel vernimmt, dem eröffnet sich der Weitblick, der im Alltag oft fehlt. Die Hektik verschwindet und Ruhe kehrt ein. Der beste Ausgangspunkt für einen Spaziergang oder eine Radtour entlang der Küste: Der Weg führt durch schattige, kühle Wälder, über sandige Pfade, vorbei an Pferdekoppeln und eröffnet immer wieder den Blick auf das leuchtend blaue Meer. Man kann hier stundenlang gehen und wird doch immer wieder überrascht von der Vielseitigkeit der Natur und Landschaft.

Hat man einen schönen Platz am Meer entdeckt, geht es direkt hinunter, denn anders als in den meisten Ländern Europas kann man hier auch über die Dünen spazieren. So trennen das Ferienhaus oder den Joggingtrail und eine (sehr) kühle Erfrischung in den tosenden Wellen der Nordsee oft nur einen kurzen, sandigen Fußmarsch. Oder man verweilt auf der Düne und genießt den Blick bis zum Horizont, ob tagsüber zum Picknick oder nachts zum Sternschnuppen zählen. Denn an diesem Ort eröffnet sich ein sternenklarer Himmel, wie er in unserer Hemisphäre nur selten zu sehen ist.

Kunst, Kultur und kleine Städtchen

Die kleinen Städte im Norden Dänemarks bieten sich wunderbar zum Bummeln und Flanieren an. Skagen zum Beispiel ist für sein magisches Licht bekannt, das Maler wie P.S. Krøyer, Anna und Michael Ancher, Lebenskünstler und andere Bohemians anlockte und der Kleinstadt ihre inspirierende Atmosphäre verleiht.

Etwas großstädtischer ist Aalborg. Hier finden sich tolle Shoppingmöglichkeiten, gemütliche Gassen samt preisgekrönter Architektur und eine ganze Reihe an spannenden Kulturerlebnissen. Zum Beispiel das Utzon Zentrum, Kunsten, Nordkraft, Aalborgs Hafenfront, das imposante Haus der Musik oder die Streetart Kunstwerke, die in der gesamten Stadt verteilt sind.

Grenen in Skagen ist übrigens der nördlichste Punkt Dänemarks und der einzige Ort, an dem man mit einem Bein in der Ostsee und mit dem anderen Bein in der Nordsee stehen kann. Denn hier treffen die beiden Meere Skagerrak und Kattegat aufeinander. Endlose Strände und einen netten kleinen Stadtkern mit Shops, Cafés und Restaurants bietet die Badestadt Løkken.

Hygge

Draußen Regen und Sturm, drinnen knistert das Feuer im Kamin und man hat endlich einmal Zeit, zu lesen, zu kochen und einfach nur zu sein. Das ist der große Vorzug von schlechtem Wetter: Man verpasst nichts. Andere wiederum zieht es genau dann hinaus, um die volle Kraft der Natur zu spüren und bei Wind und Wetter warm eingepackt am Strand spazieren zu gehen. Wenn der Wind anzieht ist das besonders für eine Spezies erfreulich: Windsurfer. In „Cold Hawai“ fliegen sie gemeinsam mit Kitesurfern über das Wasser, springen in die Lüfte und bieten den Zuschauern am Strand ein beeindruckendes Schauspiel. Was könnte danach besser passen als ein ausgiebiger Saunagang? In Loekken gibt es diesen sogar mit Blick aufs Meer!

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Urlaub in der Jammerbucht: wenn der Name Programm wird

3 Gründe, warum Dänemark für manche womöglich nicht das Richtige ist…

1. Das Wetter: Mal ehrlich: Es kann schon sehr frustrierend sein, in Süddeutschland bei schönstem Sommerwetter loszufahren, um dann 1.000 km weiter bei 15 Grad und Regen in Nordjütland anzukommen. Miserables Wetter kann man schließlich auch zuhause oft genug haben. Am besten noch eine Erkältung weil man sich nicht rechtzeitig Windjacke und Gummistiefel übergezogen hat und der beste Urlaub aller Zeiten kann beginnen. Für alle Sonnenanbeter und Liebhaber mediterranen Klimas kann das schon einmal die Urlaubsfreude schmälern und die Stimmung passt sich dem Wetter an: trüb und wechselhaft.

2. Die Preise: In schlecht sortierten Supermärkten einkaufen gehen und dabei ein halbes Vermögen loswerden, selber kochen und waschen und dann auch noch mehr bezahlen als für einen All-Inclusive-Trip auf die Malediven? Man fragt sich schon, wer sich für diese Variante entscheiden würde. Fakt ist, dass in Dänemark so ziemlich alles teuer ist. Hinzu kommt das lästige Umrechnen und Währung wechseln. Kann man sich sparen.

3. Das Essen in Dänemark bewegt sich irgendwo zwischen nicht gut, aber teuer und sehr gut, aber teuer. Spontan ein Restaurant aufszusuchen ist hier keine gute Idee, es sei denn man legt nicht viel Wert auf gutes Essen oder ein angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen, um diesen etwas kritischen Teil, positiv abzuschließen:

$ Dänische Hotdogs sind ein absolutes Muss auf jeder Dänemark-Reise. Typischerweise wird der Hotdog mit leuchtend rot eingefärbten Würstchen (Røde Pølser) hergestellt und gebrüht oder gebraten mit Röstzwiebeln, gehackten Zwiebeln und süßsauer eingelegten Salatgurken-Scheiben garniert. Als Saucen werden Ketchup, milder Senf und dänische Remoulade verwendet.

$$ Huset Havs in Loekken: Dieses stylische Restaurant befindet sich in einem Raum mit einem Surfshop. Toll eingerichtet, netter Service und kreativ zubereitetes Essen zum annehmbaren Preis.

$$$ TABU in Aalborg: Das Restaurant bietet eine exquisite Reise durch die dänische und moderne nordische Kochkunst und die gehobene Küche. Das Konzept ist inspiriert von der dänischen Natur Nordjütlands, die in die Speisekarte aufgenommen und sich in den Produkten und Zutaten widerspiegelt. Ausgezeichnet mit einem Assiette Michelin.

Zum Abschluss dieses etwas anderen Artikels ist wohl ein Geständnis fällig: Ja, ich gehöre zu den Menschen, die nicht freiwillig Urlaub im Norden machen würden und in der Dänischen Jammerbucht ist bei mir der Name Programm. Aber: Ich gehöre auch zu den Menschen, die für neue Eindrucke und Erlebnisse offen sind und ihre Meinung auch einmal ändern können. Dänemark kenne ich inzwischen seit einigen Jahren und doch habe ich es immer wieder von einer neuen Seite kennen gelernt. Das Geheimnis liegt wie so oft in den Erwartungen. Dänemark ist nicht Italien aber wer aufgeschlossen ist, kann auch hier das süße Leben genießen.

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